WIE ENTWICKELN SICH UNSERE AUGENFARBEN?

Augenfarben

Ein häufiger Grundton der Augenfarbe bei Menschen europäischer Abstammung ist blau.  Diese Farbe entsteht durch ein nur gering pigmentiertes Stroma der Regenbogenhaut (Iris), welches die Färbung der dünnen Pigmentschicht (Epithelium pigmentosum) auf der Hinterseite der Iris durchscheinen lässt. Dies zeigt sich besonders bei Neugeborenen mit heller Hautfarbe, die zunächst meist blau erscheinende Augen haben, da bei ihnen der Farbstoff Melanin, der für die Färbung der Pigmente verantwortlich ist, noch kaum vorhanden ist. Babys aus Asien, Afrika und Lateinamerika werden abhängig von den Genen der Eltern in der Regel bereits mit braunen Augen geboren. Ob ein Neugeborenes die blaue bzw. nicht-braune Augenfarbe behält, entscheidet sich beim Menschen aufgrund der genetischen Veranlagung erst am Ende des ersten Lebensjahres und kann sich sogar im Laufe der Pubertät noch verändern.

 

Die Vererbung der Augenfarben braun, grün und blau wird durch mehr als ein Gen kontrolliert. Dabei gilt die Funktion der Gene „bey2“ (Abkürzung für engl. brown eye 2) und „gey“ (green eye) als gesichert. Für das Gen bey2 existieren Allele (die Funktionsform eines Genes – also die Art und Weise – wie ein Gen ein Merkmal ausprägt bezeichnet man als Allel) für braune und blaue Augen, für das Gen gey liegen Allele für grüne und blaue Augen vor. Ein geringerer Pigmentanteil lässt die Iris – je nach Konzentration – grün, blau oder grau erscheinen. Je weniger Melanin, desto blauere Augen hat der Mensch.
Dabei gilt die folgende Dominanzreihenfolge. Von oben nach unten nimmt die Dominanz ab, die Rezessivität zu:

 

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Braune Augen

 

 

 

 

 

Grüne Augen
Grüne Augen

 

 

 

 

 

 

 

Graue Augen
Graue Augen

 

 

 

 

 

 

 

 

Blaue Augen
Blaue Augen

Braun ist also am „dominantesten“, blau am „rezessivsten“.

Weniger Pigment bedeutet eine geringere Barriere für Sonnenstrahlen, die z.B. in Nordeuropa nur begrenzt vorhanden sind und die der Körper zur Produktion von Vitamin D braucht. In den sonnenlichtexponierten Tropen hingegen ist das Haut- und Augen-Pigment ein Schutz vor der schädlichen Wirkung ultravioletter Lichtanteile.

Augenfarbe – ein unveränderliches Merkmal

Nachdem der Wachstumprozess eines Menschen abgeschlossen ist, bleibt die Augenfarbe immer dieselbe. Wer also braune Augen hat, kann keine blauen Augen mehr bekommen und umgekehrt. Übrigens: Wer dennoch eine andere Augenfarbe ausprobieren möchte, hat diese Möglichkeit mit den sogenannten Iris-Linsen, Kontaktlinsen mit aufgedruckter Iris in verschiedenen Farben. Diese Linsen haben aber deutliche Nachteile und sollten nicht regelmäßig benutzt werden.

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